Bildung und Forschung

Bildung ist der Grundpfeiler einer jeden Gesellschaft. Nur wer beständig in Bildung investiert, wird auch in Zukunft wirtschaftlich und gesellschaftlich gut aufgestellt sein.

 

Zu den unterschiedlichen Startbedingungen auf dem Bildungsweg zählt ebenfalls die geografische Herkunft. An vielen Universitäten werden bei internen Auswahlverfahren Boni und Malusse für Abschlüsse aus verschiedenen Bundesländern vergeben. Um auch hier ein vereintes Deutschland darzustellen, müssen diese Bildungsunterschiede endlich abgeschafft werden. Ein namentlich gleicher Abschluss muss im ganzen Land denselben Wert besitzen. Dafür soll sich am bisher höchsten Niveau der jeweiligen Fächer orientiert werden. So einfach dieses Thema klingt, so erkennen wir jedoch an, dass die Angleichung des Leistungsniveaus in den Ländern einige Zeit dauert. Daher soll zuerst ein einheitlicher Bewertungsstandard etabliert, um den Ist-Zustand festzuhalten, von dem aus die Niveaus angeglichen werden sollen.

Aus vielen werden zwei. Ein grundsätzlich höher angesetztes Bildungsniveau für alle und zwei Möglichkeiten für den Hochschulzugang.

Wir möchten nicht, dass Kinder nach der vierten Klasse eine Entscheidung treffen müssen, welche ihren weiteren Lebensweg maßgeblich mitbestimmt. Stattdessen soll ein allgemeiner Schulabschluss für alle erreichbar werden, der mindestens dem aktuellen Realschulabschluss entspricht. Die Schulpflicht wird auf 10 Jahre erweitert und ist nicht ohne Abschluss abzuschließen. Dazu werden verschiedene Maßnahmen eingeführt, die verhindern sollen, dass Kinder aufgrund des höheren Niveaus den Anschluss verlieren. Dies ist ein langfristiges Ziel, da dessen Erreichen eine grundlegende Umstrukturierung unseres Schulsystems erfordert.

Über diesen Allgemeinen Schulabschluss kann, durch eine weiterführende dreijährige Oberstufe, die „allgemeine Hochschulreife“ und damit der Zugang zu einem Studium erreicht werden. Diese darf in jedem Alter nachgeholt werden, wenn eine abgeschlossene Ausbildung nach dem allgemeinen Abschluss erfolgte und dieser danach auch ausgeführt wurde. Alternativ erhält man mit einer abgeschlossenen Ausbildung und nach einer noch festzulegenden Anzahl an Arbeitsjahren in diesem Beruf die „fachspezifische Hochschulreife“, welche eine Berechtigung zum Studium eines themennahen Studienfachs verleiht.

Um Störenfriede leichter im Zaum zu halten, sollen die Klassengrößen auf 15 – 20 Kinder reduziert werden.

In großen Klassenverbänden kommt es durch Gruppendynamik leichter zu unterrichtsstörendem Verhalten. Um dem entgegenzuwirken sollen die Klassen verkleinert werden. Durch die bessere Übersicht in den Räumen werden die Kinder weniger dazu verleitet im Schutz der Gruppe Unruhe zu verbreiten. Bei weniger Kindern wird es für die Lehrer außerdem leichter, auf die Defizite einzelner Kinder einzugehen. Im Moment gehen 60 – 70 % der Unterrichtzeit für Erziehungsaufgaben verloren, die eigentlich von den Eltern erfüllt werden sollten. Um diese zu entlasten, sind weitere Maßnahmen geplant. Mehr Informationen dazu im Abschnitt Sozialpolitik (Wird nachgetragen). Durch die kleineren Klassen werden deutlich mehr Lehrer und räumliche Umstrukturierungen an bestehenden Schulgebäuden notwendig. Beides soll vom Bund finanziell unterstützt werden.

Die freiwillige Hausaufgabenbetreuung an den Schulen soll verpflichtend werden, wenn die Leistungen unter einen gewissen Schwellenwert fallen. So möchten wir gewährleisten, dass Kinder, deren Eltern sich nicht so gut um das Lernverhalten ihrer Kinder kümmern können, keinen Nachteil aufgrund ihrer sozialen Herkunft erfahren.

Im neuen Schulsystem möchten wir verhindern, dass die Jugendlichen, aus welchen Gründen auch immer, nach Absitzen der Pflichtjahre in der Schule, ohne Abschluss die Schule verlassen. Wenn Kinder aufgrund schlechter Noten ein Jahr wiederholen müssen, sind die Noten danach meist nicht sonderlich besser. Nach unserer Auffassung hat das System allerdings versagt, wenn das Wiederholen einer Stufe tatsächlich notwendig wird. Daher soll, ab einer durchschnittlichen Gesamtnote unterhalb von 4,0, die Hausaufgabenbetreuung nach der Schule verpflichtend werden. Damit sollen schon in einem frühen Stadium nicht nur fachliche Defizite, sondern auch Probleme in der Art des Lernens behoben werden.

Diese Betreuung erfolgt hauptsächlich durch Erzieher oder Lehramtsstudenten (siehe Absatz 8: Bessere Ausbildung der Lehrkräfte). Dabei soll vorwiegend sichergestellt werden, dass den Kindern Raum und Zeit zum Erledigen der Hausaufgaben zur Verfügung steht. Unterstützend sollen „Themenblöcke“ an verschiedenen Nachmittagen speziell auf die Defizite eingehen. Art und Umfang liegen im Gestaltungsspielraum der Schule. Sobald die Noten um einen, noch festzulegenden, Wert besser als der Schwellenwert sind, wird die Betreuung wieder freiwillig. So soll der Spagat zwischen der Erziehungshoheit der Eltern und dem Ausschöpfen des Potentials der Kinder gelingen.

Pflichtpraktika für Studenten -> Vertretungen und die Hausaufgabenbetreuung

Das Erreichen des 21. Jahrhunderts macht einige Fächer notwendig, die in der Gesellschaft der Zukunft gefragt sein werden. Wir möchten die Auswahl der Pflichtfächer an den Schulen daher erweitern.

Das Erstarken der extremen Positionen in politischen Debatten zeigt eine Entzweiung der Gesellschaft. Je entfernter zwei Positionen in einer Diskussion sind, desto schwerer wird die Einigung auf einen Kompromiss. Wir fordern daher ein verpflichtendes Fach Politik. In diesem sollen nach dem Motto der Aufklärung alle Positionen des politischen Spektrums kritisch hinterfragt und die zivilisierte Diskussion geübt werden. Gerade durch die aktuelle Migrationspolitik wird häufiger die Frage gestellt, was typische deutsche Werte sind. In diesem Fach soll sich daher auch mit dem Grundgesetz beschäftigt werden, welches die Werte in Worte fasst, auf denen unsere Gesellschaft aufbaut.

Des Weiteren wird der Industriezweig der Informationstechnologien (IT) in Zukunft noch wichtiger und betreffen schon jetzt viele Bereiche des täglichen Lebens. Ein bewusster Umgang mit diesen Technologien, sowie Verständnis für die dahinterstehende Funktionsweise machen für uns einen Fach Informatik unverzichtbar. Dieses soll Aufklären über den Umgang mit Daten und dem Bereich Digitalökonomie, sowie grundlegende Kenntnisse bei der Verwendung von Programmen vermitteln und den Grundstein für freiwillige Vertiefungsfächer legen.

Deutschland sieht sich gern als säkulares Land mit christlichen Werten. Es ist uns daher wichtig einen Ethikunterricht verpflichtend, als Ersatz für die vielen verschiedenen Religionsunterrichte einzuführen. In diesem sollen die Grundwerte auf welchen unsere Gesellschaft aufbaut vermittelt und deren Hintergrund und Entstehung beleuchtet werden. Außerdem sollen die großen Weltreligionen kritisch und im Kontext ihrer Entstehung betrachtet werden. Religion an sich ist Privatsache, doch es sollte ein jeder die grundlegenden Unterschiede kennen, um als mündiger Bürger rational mit dem Glauben anderer umgehen zu können. Des weiteren soll auch Raum für Diskussionen zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft gegeben werden.

 

Neben den Pflichtfächern Deutsch, Mathe, Englisch, Politik, Ethik und Sport soll es statt dem Wechsel auf eine weiterführende Schule neue Möglichkeiten der Interessensentfaltung geben. Diese sollen ab der 6. Klasse beginnen. Dafür werden Themenblöcke mit mehreren Fächern erstellt, aus denen man sich jeweils eines heraussuchen muss.

Beispielsweise im Themenblock Sprachen werden an einer Schule drei Sprachen angeboten, davon muss eine gewählt werden. Ebenso in dem Themenblock Naturwissenschaften. Es sollen außerdem Themenblöcke verfügbar sein, welche Grundlagen für verschiedene Ausbildungsberufe beinhalten. So könnte ein Themenblock Werken sowohl Holzbearbeitung als auch mechanische Grundlagen beinhalten. Die genaue Ausarbeitung soll mit einem Expertenteam geschehen und das Angebot soll von den Schulen an lokale Gegebenheiten angepasst werden können.

Pflichtziel dieser Fächer ist es, bei der Abschlussprüfung mindestens drei Jahre eines Fachs belegt zu haben, eine weitere Belegung des Faches dient nur dem persönlichen Interesse. Es soll ähnlich wie an der Universität in jeder Klassenstufe möglich sein in der entsprechenden Niveaustufe 1 – 5 einzusteigen. Damit können bis zur achten Klasse die Fächer entsprechend den Interessen verändert werden. Es kann also in viele Themen reingeschnuppert werden, bevor eine Festlegung erfolgt.

Zusätzlich soll der freiwillige Themenblock Allgemeinwissen eingeführt werden, in welchem die Kinder beispielsweise die Möglichkeit haben, sich im Fach Kochen über gesunde Ernährung zu informieren oder weitere lebensvorbereitende Fächer, wie Haushaltsführung und Steuererklärung. Dies soll v.a. Kinder unterstützen, die sich Zuhause unzureichend auf das Leben vorbereitet fühlen.

Wir sind der Meinung, dass die Entwicklung der Kinder im Moment noch größtenteils von der sozialen Stellung ihrer Eltern abhängig ist und nicht von der Herkunft. Viele unserer genannten Veränderungen zielen daher auf eine bessere Einbeziehung und Betreuung der sozialschwächeren Kinder ab.

Denkbar sind zusätzlich allerdings noch Sprachnachhilfeklassen, die greifen, wenn Hausaufgabenbetreung in Kraft tritt. Alle Veränderungen haben aber grundsätzlich zum Ziel, dass die Herkunft und die finanzielle Stellung der Eltern keine Rolle mehr spielen. Alternativ ist zu überprüfen, wie viel Sinn es ergibt, Kinder, die der Sprache nicht ausreichend mächtig sind, schon in die Schule zu schicken. Eventuell wäre ein weiteres Vorbereitungsjahr v.a. in Hinblick auf des erlernen der Sprache dafür besser.

 

Eine Prüfung der pädagogischen Eignung soll Pflicht für zukünftige Lehrkräfte werden. Des Weiteren soll das Studium praktischer gestaltet werden. In den bisherigen Pflichtpraktika sollen mehr Stunden selbst gehalten werden und das bereits im ersten Semester. Dabei soll sowohl das Halten einer Unterrichtsstunde, als auch die Hausaufgabenbetreuung mit unterschiedlicher Wertung eingehen, sodass die Studenten verschiedene Möglichkeiten haben, die Pflichtstunden zu erfüllen. Somit stünden notwendige, fachnahe Arbeitskräfte für die in Abschnitt 4 geforderte Hausaufgabenbetreuung zur Verfügung. Eine finanzielle Vergütung auf Stundenbasis soll den Studenten die Möglichkeit eröffnen, sich etwas neben dem Studium hinzuzuverdienen.

Phillip Röll | 26.08.2019